GV Glossar & Lexikon:GiroWeb erklärt Gemeinschaftsverpflegung
Technologie & Standards: Technik – Prozesse – Schnelligkeit
Die Akzeptanz moderner Verpflegungs-Systeme in der Betriebsgastronomie und in der Schulverpflegung steht und fällt mit dem praktischen Nutzen für die Essensgäste und die Betreiber. Welche technologischen Standards in Geräten, Komponenten und Software-Applikationen wie genau zum Einsatz kommen (v.a., aber nicht ausschließlich, in Bezug auf bargeldlose Zahlungssysteme), und ob diese intelligent miteinander vernetzt sind, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in der GV-Praxis – an dem GiroWeb auch von seinen Kunden gemessen wird.
Längerfristig erfolgreiche Konzepte und Lösungen setzen in der Gemeinschaftsverpflegung mittlerweile fast ausschließlich auf ein Bezahlsystem mit kontaktlosen Chipkarten (Smartcards) bzw. im Bereich von KiTas und Schulen mit kontaktlosen Chipschlüsseln (Transpondern). Die technologische Basis bilden dabei zumeist Radio Frequency Identification (RFID) Systeme. Die weite Verbreitung solcher Kommunikationssysteme ist der Effizienz dieser drahtlos und kontaktlos auf kurze Distanz funktionierenden Technologie zu verdanken. Dabei kommuniziert ein Lesegerät oder Scanner mit dem RFID-Medium (z.B. Chipkarten-Ausweis oder Transponder) auf der Basis einer (von mehreren im Markt verbreiteten) RFID-Technologien (überwiegend Legic advant oder Mifare Desfire). Das RFID-Objekt enthält dabei einen eindeutig kennzeichnenden Identifizierungs-Code, der vom Scanner erkannt, ausgelesen und validiert werden kann. Leistungsstarke Lesegeräte können dabei mehrere dieser RFID-Technologien parallel bedienen (sog. Hybrid- oder Dual-Interface-Systeme), was die Karten- und System-Konsolidierung in vielen Unternehmen erheblich vereinfachen kann, vor allem dann, wenn bereits Kartensysteme für Mitarbeiter-Ausweise, Zutrittskontrolle, Zeiterfassung oder Parkraum-Management im Betrieb etabliert sind.
Neben der Basistechnologie RFID ist das zweite Standbein in der Gemeinschaftsverpflegung (GV) die sog. Near Field Communication, kurz NFC. Auch hierbei handelt es sich um eine kontaktlose Technologie zum Datenaustausch auf kurze Distanz. NFC unterscheidet sich erweiternd von RFID jedoch dadurch, dass die beiden NFC-basierten Komponenten in beide Richtungen aktiv miteinander kommunizieren können (sog. Peer-to-Peer oder kurz P2P). Diese Art der Kommunikation ist naturgemäß etwas komplexer, bietet aber zugleich mehr Möglichkeiten und Sicherheits-Merkmale. NFC kommt deshalb v.a. dort zum Einsatz, wo Bankkarten i.w.S. genutzt werden (z.B. mittels GiroGo Funktionalität) – in der GV-Praxis zumeist im Rahmen der Guthaben-Aufladung an Aufwertern (Aufladestationen).
Nicht von Haus aus NFC-fähige Objekte (u.a. manche Mobiltelefone) können durch einen NFC-Aufkleber (der einen entsprechenden Chip enthält) de facto zu einem NFC-Medium gemacht werden (der Aufkleber emuliert gewissermaßen eine Kredit- oder vergleichbare Kartenfunktion). GiroWeb bietet interessierten Kunden auch maßgeschneiderte Lösungen für diesen Workaround an.
Scanner bzw. sog. Terminals zum Auslesen der Chipkarten-Ausweise dürfen aus Sicherheitsgründen lediglich von lizenzierten Netzbetreibern betrieben bzw. in Umlauf gebracht werden. Eine entsprechende Zulassungs-Lizenz müssen diese Unternehmen von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK – vormals ZKA / Zentraler Kreditausschuss) erwerben. Gleichzeitig müssen die hergestellten Chipkartenleser mit einer Sicherheitsklasse ausgezeichnet werden, welche Auskunft darüber gibt, welchen Sicherheitsgrad die Datenübertragung im Rahmen des Kopplungs- / Authorisierungsprozesses sowie allen nachfolgenden Lese- und Schreibvorgängen gewährleistet (Sicherheitsklasse 4 weist die derzeit höchste Sicherheitsstufe aus).
Hinsichtlich des Technologie-Wechsels von kontaktbehafteten zu kontaktlosen Kartensystemen spielte EMV (Abkürzung für: Europay International, MasterCard, Visa) eine wesentliche Rolle. Diese drei Firmen haben mit der internationalen Spezifikation EMV eine einheitliche Basis für die Kommunikation zwischen Kartenlesern und Chipkarten im Zahlungsverkehr gelegt. Der in diesem Zug erfolgte Wechsel von kontaktbehafteten Magnetstreifen-Karten zu kontaktlosen Chipkarten-Ausweisen (z.B. Legic Advant oder Mifare Desfire) beschleunigte die Leistungsfähigkeit und erhöhte zugleich die Schnelligkeit als auch die Sicherheit der Zahlungssysteme.
Noch einen chronologischen Schritt zurück erfolgte die Einführung der GiroVend-Technologie durch die Vorgänger-Unternehmen der GiroWeb Gruppe – damals ein technologischer Meilenstein im Bereich der Verpflegungssysteme in Betrieben (Business-Catering & Betriebsgastronomie) als auch Schulen (Schulverpflegung & Education-Catering), welcher es zum ersten Mal erlaubte, Münzen und Banknoten systemweit durch eine bargeldlose Technik zu ersetzen. Somit steht GiroWeb seit den Anfängen vor über drei Jahrzehnten in der direkten Tradition innovativer Zahlungs-Technologien.
Seit der Einführung von GiroVend haben neben EMV, RFID und NFC parallel immer wieder auch andere technologische Neuerungen Einzug in den Bereich der Außer-Haus Verpflegung in Schulen und Unternehmen erhalten, so z.B. (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Barcodes / Strichcodes, EAN-Codes, QR-Codes, mobile Code-basierte App-Lösungen, Elektronisches Lastschrift-Verfahren (ELV), E-Cash (ein auf PIN-Eingabe basiertes POS-Debitverfahren), European Vending Association – Data Transfer Standard oder kurz EVA-DTS (Übertragungsprotokoll im Vending-Bereich), Direct Exchange – Universal Communication Standard oder kurz DEX-UCS (US-Pendant zum europäischen EVA-DTS), Peripheral Component Interconnect oder kurz PCI (ein Standard für den Datenaustausch zwischen Prozessor und Peripherie-Geräten), Multi Drop Bus oder kurz MDB (ein Schnittstellen-Standard), RJ-45 (Registered Jacks Norm-Buchsen), Identification Authorisation Media oder kurz IAM (im Rahmen der Legic-Authorisierung von Kodierstationen), System Authorisation Media oder kurz SAM (das sinngemäße Gegenstück zu IAM für Lesegeräte), Data Encryption Standard oder kurz DES (ein traditionelles, symmetrisches Verschlüsselungsverfahren), biometrische Möglichkeiten der Zugangskontrolle, oder die elektronische Geldbörse (Funktionalität von Geldkarten-Chips, die – aufgeladenes Guthaben vorausgesetzt – zur effizienten Bezahlung von Kleinbeträgen eingesetzt werden kann, z.B. an entsprechenden Vending-Automaten).
Neben der Implementierung all dieser Technologien in einzelnen Komponenten (wie z.B. Automatensteuerungen oder -Leser) spielt die Anbindung, Integration und Vernetzung all dieser technischen Standards eine wichtige Rolle, wenn es um die belastbare Alltagstauglichkeit eines erfolgreichen Verpflegungssystems in der Gemeinschaftsverpflegung geht. Im Bedarfsfall unterstützt Sie Ihr GiroWeb-Partner selbstverständlich auch in dieser Hinsicht gerne.
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