GV Glossar & Lexikon:GiroWeb erklärt Gemeinschaftsverpflegung
Interessen & Vertretung: Verbände – Vereine – Ministerien
Die politische Arena der Gemeinschafts-Verpflegung (GV) wird neben den Haupt-Akteuren – auf der einen Seite die Essensgäste, sowie auf der anderen die Kantinen-Betreiber, Catering-Anbieter, Operating-Dienstleister und Ausstatter für Küche, Mensa, Betriebsrestaurant sowie Anbieter von elektronischen Kassen- & Zahlungssystemen – auch von diversen privaten und staatlichen Interessenvertretern mitgestaltet und mitbestimmt. Diese Anspruchsgruppen i.w.S. nehmen direkten oder indirekten Einfluss durch Informationen, Vorschläge, Technologien, Standards, Vorgaben, Programme und Initiativen.
In diesem Zusammenhang haben zunächst der Staat und die Politik ein großes Interesse daran, dass sich breite Bevölkerungsschichten gesund ernähren – ganz allgemein, aber natürlich auch im Rahmen der Außer-Haus Verpflegungssysteme. Dieses Interesse im Sinne einer politischen Fürsorge-Verantwortung beginnt bei den Kleinen in KiTas und führt über Grund- und weiterführende Schulen sowie Fachhochschulen und Universitäten bis hin zu erwachsenen Erwerbstätigen in Betrieben, Unternehmen und Institutionen. Die damit verbundenen Förderungen werden auf staatlicher Ebene primär wahrgenommen vom BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) sowie von der BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung). Das BMEL ist als Ministerium u.a. verantwortlich für die Ernährungspolitik, Agrarpolitik, Produktsicherheit, Innovation, Lebensmittelsicherheit, Bio-basierte Wirtschaft sowie nachhaltige Land- und Forstwirtschaft. Dabei unterstehen dem BMEL verschiedene Bundesoberbehörden, rechtlich selbstständige Anstalten des öffentlichen Rechts und Bundesforschungsanstalten. In diese Kategorien fallen neben dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel insbesondere auch die BLE. Diese Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat in den Bereichen Ernährung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft ein breites Aufgabenspektrum inne. Dazu gehört u.a. die Umsetzung und Weiterentwicklung von IN FORM, einer nationalen Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung, zu deren zentralem Handlungsfeld die Verbesserung der Außer-Haus-Verpflegung (z.B. im Betriebs-Restaurant, in der Werks-Kantine, im Gäste-Casino, in der Schul-Mensa oder der Uni-Cafeteria) gehört.
Einem ähnlichen Aufgaben-Fokus widmet sich auf Vereinsseite die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), die sich die Förderung der Gesundheit der Menschen in Deutschland als Ziel setzt, wobei sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stärker auf Berufstätige konzentriert. Mit ‚Job & Fit – mit Genuss zum Erfolg‘ hat die DGE (als gemeinnütziger Verein, aber auch im Auftrag der Bundesregierung) deutschlandweite Qualitätsstandards für eine gesunde Betriebsverpflegung definiert, um die Ernährung am Arbeitsplatz zu optimieren.
Neben ministerialen Vertretern und klassischen Vereinen gibt es eine Reihe von Verbänden und ähnlichen Interessenorganisationen, die im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung eine Rolle spielen. Hierzu gehören z.B.: Deutscher Hotel- und Gaststättenverband, kurz DEHOGA (die deutsche Interessenvertretung der Gastronomie und des Gastgewerbes, vom Schnellimbiss an der Ecke bis zu großen Hotelketten – und natürlich auch für Kantinen und Betriebsrestaurants); Bundesverband der Electronic Cash Netzbetreiber, kurz BECN (steht für die Interessen der zugelassenen Netzbetreiber u.a. gegenüber Gesetzgebern, Behörden und Kartenunternehmen ein); Verband der Küchenleitung e.V., kurz VKK (kümmert sich um die Belange von Berufstätigen in der Gemeinschaftsverpflegung); Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft, kurz BDV (vertritt die Interessen der Hersteller von Getränke- und Verpflegungs-Automaten sowie die Operating-Dienstleister bzw. Automaten-Bewirtschafter; ist gleichzeitig aber auch verantwortlich für den dominierenden Schnittstellen-Standard in der Automaten-Kommunikation); Common Smartcard, der Industrieverband für einheitliche Smartcard-Lösungen e.V. (setzt sich u.a. mit dem Kartendaten-Standard openCashfile bzw. Open Cash File oder abgekürzt OCF) für Transparenz und Investitionssicherheit auf Basis einheitlicher RFID-Datenstrukturen für Projekte mit Mifare und Legic ein); Verband der Terminalhersteller in Deutschland e.V., kurz VdTH (Interessenvertretung der in Deutschland zugelassenen EFT POS-Terminalhersteller, wobei sich der Verband außer seiner aktiven Öffentlichkeitsarbeit auch um Spezifikationen, Standardisierung und Weiterentwicklung kümmert); European Vending Association, kurz EVA, bzw. auf Deutsch Europäischer Vending Verband (Interessenvertretung der Automatenwirtschaft und -verbände auf europäischer Ebene; EVA steht als solche auch für das in Europa dominierende Übertragungsprotokoll EVA-DTS zum Programmieren und Auslesen von Steuerungen und Daten in Vending-Automaten); Deutsche Kreditwirtschaft, kurz DK (vertritt die Interessen der deutschen Banken und der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände und erarbeitet u.a. einheitliche Regeln und Standards für den Zahlungsverkehr); Deutsches Institut für Gemeinschaftsgastronomie, kurz DIG (eine Interessenorganisation von unternehmenseigenen Betriebsgastronomen).
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